London Dry Gin ist die wohl bekannteste Gin Sorte überhaupt.

Anders als häufig vermutet, hat der London Dry Gin seinen Ursprung nicht in London, ebenso wenig wie der Portugieser Weissherbst seine Herkunft in Portugal zu verzeichnen hat.

Die Sorte bzw. besser: Kategorie „London Dry Ginunterliegt im Bereich Gin den strengsten Herstellungsvorgaben.

Dies ist nicht zuletzt der ausschlaggebende Grund, weshalb er von zahlreichen Spirituosen Fans weltweit geschätzt wird.

Ob pur verkostet, im Gin Tonic oder Gin Cocktail: Gin-Liebhaber von wacholderstarken Tropfen schätzen den Geschmack des London Dry Gins im direkten Vergleich zum Dry, oder modernen New Western Dry Gins.

London Dry Gin: Unterschiede zum herkömmlichen Gin

Damit sich ein Gin tatsächlich London Dry Gin nennen darf, muss seine Herstellung gemäß eines strengen Reinheitsgebots erfolgen. Dieses wird im Rahmen der Herstellung an mehreren Punkten kontrolliert und überwacht.

Insbesondere künstliche Aromen haben in diesem Vertreter nichts zu suchen und dürfen während der Phase der Destillation nicht hinzugefügt werden. Markenzeichen eines typischen London Dry Gins ist seine ausgeprägte, natürliche Wacholdernote.

Wacholderbeeren, Eiswürfel und Zitronenscheiben arrangiert

Wacholderbeeren sind ein Pflichtbotanical!

Eine weitere, streng überwachte Vorgabe besteht im Zusatz des nötigen Ethanols. Dieser darf ausschließlich landwirtschaftlichen Ursprungs sein und müssen über einen Alkoholgehalt von mindestens 96 Prozent verfügen.

Die Basisspirituose muss dabei in einer sog. Column Still (Säulenbrennverfahren) völlig neutral destilliert werden.

Desweiteren muss das fertige Produkt einen Mindestalkoholgehalt von 37,5 %Vol. aufweisen, um sich überhaupt „Gin“ nennen zu dürfen. (dies gilt auch für einen New Western Dry & Dry Gin.)

Last but not least ist auch die Zugabe der sogenannten Botanicals  streng reglementiert. Diese dürfen ausschließlich zu Beginn des Destillationsvorgangs hinzu gegeben werden. Anders beim Dry und New Western Dry Gin: hier darf nachträglich „gewürzt“ werden.

Bei jeder anderen Gin Kategorie dürfen diese Zusätze zu jedem beliebigen Zeitpunkt der Herstellung und Destillation beigefügt werden.

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Wie genau wird ein London Dry Gin hergestellt?

Wer seinen Gin „London Dry Gin“ nennen möchte, der muss schon während der Herstellung strenge Auflagen erfüllen. Grundvoraussetzung für die Herstellung ist zunächst die mehrfache Destillation des Ethylalkohols.

Besonders ist dies noch nicht: Auch andere Gin Sorten setzen nämlich dieses Verfahren im Rahmen der Herstellung ihres Gins voraus.

Besondere Vorgabe ist in diesem Punkt die bereits erwähnte, nämlich dass der Ethylalkohol im Rahmen der Gin Herstellung nachweisbar landwirtschaftlichen Ursprungs sein muss. Künstliche Zusatzstoffe, wie Aromen oder gar Zucker (max. 0,1 g / L) haben in London Dry Gin nichts zu suchen.

Dennoch muss eine Aromatisierung des Gins erfolgen. Um dies umzusetzen, hat der Hersteller mehrere Verfahren und Möglichkeiten zur Auswahl. London Dry Gin ist also nicht immer gleich London Dry Gin.

So sprechen die Hersteller im Rahmen der diversen Verfahren z.B. von sogenannter Mazeration, Digestion oder Perkolation.

Selbst Kenner sind sich aber einig: Für die Qualität und den Geschmack des London Dry Gin ist das gewählte Verfahren nebensächlich.

Was macht das Geschmacksprofil eines London Dry Gin aus?

Beim Dry Gin nicht immer, so ist jedoch beim London Dry Gin die Wacholdernote von besonderer Bedeutung. Bereits im Vorfeld der Destillation werden die Botanicals hinzugegeben.

Dabei kann es sich um Zitrusfrüchte, Gewürze, Wurzeln oder gar Kräuterextrakte handeln.

Hier liegt auch das Geheimnis, wieso unterschiedliche Gin Produkte durchaus verschieden schmecken können: Jeder Hersteller hat sein ganz persönliches Rezept, das er wahrt und geheim hält.

Werfen wir einen Blick auf die Klassiker im Rahmen der London Dry Gin Produkte, wie zum Beispiel den Gordons, Bombay Sapphire, Berry Bros & Rudd, den Sipsmith oder den Tanqueray finden wir insbesondere Kubebenpfeffer, Zitrusfrüchte und Koriander als Aromagrundlage.

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Jüngere Ginsorten verwenden hingegen Buchu Blätter, Teufels Kralle oder Pimentbeeren.

Hier werden sich in Zukunft sicherlich auch noch weitere Geschmacksnoten etablieren.

Ob Sie munden und weiterproduziert werden – das entscheidet allein der Gin-Liebhaber und Kunde.

Zusammenfassung der London Dry Gin Eigenschaften

  • mindestens 37,5 % Vol. Alkoholgehalt
  • Basisspirituose muss landwirtschaftlichen Ursprung haben
  • Alkoholgehalt der Basis mindestens 96 % Vol.
  • diese muss neutral im Column Still Verfahren destilliert werden
  • nachträglich dürfen keine Aromen / Botanicals hinzugegeben werden
  • Wacholder ist ein Pflichtbotanical
  • nicht mehr als 0,1g Zucker / L als Zusatz erlaubt
  • es dürfen keine Farbstoffe hinzugefügt werden
  • max. Methanolgehalt von 5 g / hl

Titelbild: by Ash Edmonds on Unsplash

Bild im Text: by Jez Timms on Unsplash

zuletzt aktualisiert am 16.07.2022