Der Bombay Sapphire Gin ist ein Tropfen mit Geschichte, möchte man meinen. Doch wie weit reicht die Historie des Briten, dessen Wurzeln angeblich im Indien des 18. Jahrhunderts liegen?

Hergestellt im schonenden Dampfinfusionsverfahren, erhältlich in etlichen Versionen und durchaus verantwortlich für den wieder gestiegenen Gin-Absatz Ende der 80er Jahre.

Wie schmeckt der Bombay Sapphire?

Zuerst bemerkt man deutliche Zitrus- und Koriandernoten, die von einer angenehmen, pfefferlastigen Würzigkeit unterstützt werden. In der Nase kommt der klassische Wacholderduft eher zurückhaltend zum tragen.

Auf der Zunge mild, weich und ebenso moderat im Wacholder. Würzig bis fruchtig und eher mittelmäßig komplex in der 40% Version.

Nase: mild-würzig bis fruchtig – Zitrone, Koriander, Pfeffer

Gaumen: mild-cremig & fruchtig – Koriander, Zitrone, Wacholder (hintergründig)

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Thomas Dakin & die Renaissance um 1987

Laut Hersteller reicht die Geschichte des Bombay bereits bis ins 18. Jahrhundert. Ursprünglich basierend auf einem Rezept des englischen Distillers Thomas Dakin von 1761. Dieser eröffnete 1760 im englischen Warrington eine Destillerie, die ca. 100 Jahre später von Grenalls übernommen wurde.

1959, also ein weiteres Jahrhundert später gab der amerikanische Spirituosenhändler Allan Subin einen Gin in Auftrag, der auf dem eigentlichen Rezept von Thomas Dakin basieren sollte – The Original Bombay Dry Gin.

Ist der Bombay Gin wirklich blau?

1987 brachte Bombay Spirits einen neuen Gin auf den Markt, der den zu dieser Zeit angeschlagenen Handel und Absatz wieder ankurbeln sollte. Gin war altbacken und eher eine Tennisplatzspirituose für Snops.

Die blaue Flasche des Sapphire traf da mit ihrem aufwendigen Design und der interessanten Hintergrundgeschichte direkt ins Schwarze.

Der Gin ansich ist nicht gefärbt, wie es sich für einen London Dry Gin gehört, kommen weder künstliche Zusätze noch Süßungsmittel oder Farbstoffe ins Produkt.

Bombay Sapphire Gin mit Martini

Ohne Strohhalm und mit Zitronenzeste statt Scheibe – perfekt! Photo by Soul van Schaik Unsplash

Botanicals des Bombay Sapphire

10 Pflanzenauszüge aus aller Welt hat der Bombay bei seinem sanften Aroma zu bieten. Zu ihnen zählen:

  • Zitronenschalen aus Spanien
  • Süßholzwurzel aus China
  • Bittermandeln aus Spanien
  • Iriswurzel aus Indien
  • Wacholder aus der Toskana
  • Koriander aus Marokko
  • Angelikawurzel aus Italien
  • Zimtkassie aus Indonesien
  • Kubebenpfeffer aus Afrika
  • Paradieskörner aus Afrika

Geschmacklich kann man den Bombay als mild, weich, komplex und ausgewogen einstufen.

Pfeffer, Zitrus und süße Gewürze stechen hier hervor. Im Gin-Tonic wirkt er klar, sauber und würzig, klingt jedoch schnell ab. Hier heißt es schnell und kurz genießen.

Herstellung per Dampfinfusion

Der Bombay wird nach wie vor mit einer sog. Carterhead Destillationsanlage hergestellt, einer speziellen Brennblase die von den gleichnamigen Brüdern entwickelt wurde.

Hierbei werden die Botanicals separat in einem durchlässigen Kupferkorb aufbewahrt, der aufsteigende Alkoholdampf fängt dabei die abgegebenen Aromen ein.

Die Besonderheit dieses Verfahrens: der Alkohol kommt nicht mit den Pflanzenauszügen in Berührung, wie bei der Mazeration (dem Einweichen) üblich. Lediglich 4 dieser Destillationsanlagen gibt es weltweit.

Die Grundlage für diesen Gin bildet ein 3-Fach destillierter Alkohol aus schottischem Getreide. Das Destillat wird anschließend mit Wasser aus dem Vyrnwy See (Wales) auf die Stärke von 40 bzw. 47% Vol. herabgestuft.

Welches Tonic Water passt zum Bombay Sapphire?

Getestet und für gut befunden für einen Gin Tonic, haben wir das 1724 Tonic, dass Fentimans  und Thomas Henry Tonic Water .

Zu einem London Dry Gin passen in der Regel Indian Tonic Water am besten. Da die Wacholdernote des Bombay, wie auch seine anderen Aromen, eher zurückhaltend sind, sollte ein nicht zu süßes und von der Kohlensäure eher feinperliges Tonic gewählt werden.

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Rezepte mit dem Bombay Sapphire

Klassische und empfehlenswerte Cocktails und Longdrinks sind ganz klar der Gin Tonic, der Tom Collins und ganz exotisch ein Bombay Crushed.

Tom Collins

  • 5 cl Bombay Sapphire
  • 25 ml Zuckersirup / Gomme
  • 20 ml frischer Zitronensaft
  • 90 ml Club Soda

Den Gin, Sirup und Zitronensaft in ein Highball Glas abseihen und mit Eis auffüllen. Soda hinzugeben und mit einer Sauerkirsche sowie Orangenscheibe garnieren.

Der Tom Collins, der früher übrigens John Collins genannt wurde, fand etwa im 19 Jahrhundert den Weg über England in den Rest der Welt.

Bombay Crushed

  • 6 cl Bombay Sapphire
  • 2 cl Limettensaft
  • 2 TL Rohrzucker
  • 5 Kumquats (Zwergorangen)
  • Crushed Ice

Eine nette Alternative zum Caipirinha. Die Zwergorangen halbieren und im Glas mit dem Zucker zerdrücken.

Nun den Gin mit dem Limettensaft hinzugeben und den Gin Cocktail mit Crushed Ice auffüllen.

weitere Varianten: Nüsse, Beeren und ein asiatischer Touch

Neben dem Sapphire, gibt es noch den asiatisch angehauchten Bombay East, welcher durch schwarzen Pfeffer und Zitronengras als Zusatz besticht. Frisch, weich und würzig, so kann man diese etwas hochwertigere Variante beschreiben.

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Tonicempfehlung für den Bombay East

Hier passen, ähnlich dem Sapphire, klassische Filler.

Ein Fever Tree oder Aqua Monaco tragen das Aroma optimal und passten hervorragend in unserem Test.

Bombay East Tastingprofil

Credit: Christian Kaufmann.


Bombay Bramble FlascheMit dem recht neuen Bombay Bramble wirds beerig. Hier haben wir einen Gin, der vergleichbar mit dem Brockmans oder V Sinne Raspberry, ordentlich in die fruchtig-beerige Richtung schlägt. Weniger süß, dafür völlig fokussiert auf Himbeeren und Brombeeren.

In Kombination mit klassischen Werten, ergibt der Bramble einen Gin, der ideal für Fans fruchtiger Tropfen oder passenden Cocktails ist.

Als Tonic Water empfehlen wir einen trockenen, nicht süßen Filler. Das mediterrane Fever Tree hat sich hier als ebenso lecker, wie ein Schweppes Dry Tonic Water erwiesen.


Der Bombay English Estate hingegen ist eine noch weichere und geschmeidige Version, die neben den im Sapphire vorhandenen Botanicals noch zusätzlich Hagebutten, geröstete Haselnüsse und englische Minze vereint.

Im Geruch dominieren Wacholder, Koriander, Zitrustöne und Minze. Auf der Zunge weich, kräuterig und im Finish nussig-minzig mild.

Tonicempfehlung? Ein Fever Tree oder Aqua Monaco tragen die würzig-feinen und milden Aromen, ein mediterraner Filler lässt noch eine Spur mehr Nuss und Minze zu.

Gerade im Gimlet, French 75 und Dry Martini kann der English Estate  glänzen.


Fazit: ein klassischer Allrounder mit Abstrichen

Einen gewissen Imageverlust erlitt der Bombay durch die “abgespeckte” 40% Vol. UK-Variante, im Vergleich zum 47% Vol. Export. Durch den geringeren Alkoholgehalt kommen nicht alle Botanicals im vollen Umfang zum tragen, schlechtere Bewertungen waren die Folge.

Dennoch ist der Bombay Sapphire auch in der 40% Vol. Variante ein souveräner Einsteiger-Gin, der durchaus mit anderen Destillaten seiner Preisklasse mithalten kann.

Für einen gemütlichen Abend oder nach dem Essen ist und bleibt er ein gern gesehener Gast.

Erhältlich ist der Bombay Sapphire u.a. auf Amazon und in unserem Partnershop: “Wacholder Express“:

Wacholder Express


Noch Fragen zu diesem oder anderen Gins? In unserer Facebook-Gruppe helfen wir gern und geben Tipps unter gleichgesinnten Gin-Liebhabern.

Bildquelle Ricardo Bernado @zone41

 

zuletzt aktualisiert am 07.06.2020