Der Gimlet Cocktail ist schlicht und besticht durch seine Einfachheit. Was jetzt eher langweilig klingt, kann richtig zubereitet ein echter spritziger Genuß werden.

Hinzu kommt der Faktor des Unbekannten, denn identische Meinungen zur Herkunft, seiner Entstehung und einer einheitlichen Rezeptur gibt es nicht. Aber spinnen wir den Faden weiter…

Name & Herkunft des Gimlet

Hier scheiden sich die Geister, denn wörtlich übersetzt bedeutet “Gimlet” etwa so viel wie ‘Holzbohrer’. Sagt erst einmal nicht wirklich viel aus, höchstens vielleicht, dass sein alkoholisches Potential nicht zu unterschätzen ist und einige dieser Drinks sich ordentlich ins Gehirn bohren…

Auf See war Skorbut, also eine Folge von Vitamin C Mangel, ein weit verbreitetes Problem. Deshalb entdeckten die Seeleute, dass Zitronen und Limetten hier wahre Wunder bewirkten und führten sie auf langen Reisen mit sich.

Damit die Früchte aber nicht verderben, wurden sie in Rum eingelegt. Angeblich kamen aber die Schotten im 19. Jahrhundert auf die Idee Limettensaft mit Zuckersirup zu vermengen – die Geburt des Lime Juice Cordial.

Limetten für den Gimlet Cocktail

Vitamin C Ahoi und schön sauer…

Der Zucker wirkt hier als natürliches Konservierungsmittel und ob nun ein findiger Schotte oder Engländer noch auf die Idee gekommen ist, Gin mit reinzukippen? Wir wissen es nicht…

Andererseits gab es da aber einen General Sir Thomas Gimlette (1879-1913), ein Schiffsarzt, der seinen Soldaten auf hoher See ein Gebräu aus Limettensaft und Rum gegen Skorbut verabreichte. Der Rum sollte den bitteren Geschmack der Limetten überdecken. Klingt schlüssiger…

Das Gimlet Cocktail Rezept

Alle Zutaten kurz und intensiv auf Eis shaken und in ein gekühltes Martiniglas oder einen Tumbler abseihen. Jetzt aber kommen die unterschiedlichen Meinungen und Quellen zum tragen: 1:1 also ein gleicher Anteil an Gin und Limettensaft oder 2:1?

Mehr Gin für einen kräftigeren Auftritt? Frisch gepresster Limettensaft gibt dem Gimlet Cocktail jedoch immer den gewissen Kick, ergänzt mit einer Limetten- oder Zitronenzeste wird er perfekt in Nase und Gaumen.

Der Gimlet erschien 1930 in Harrys Cradocks Cocktailbuch “The Savoy“. Dort wurde empfohlen ihn auf Eis zu servieren, wenn verlangt.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

…und wie schmeckt der Gimlet?

Fruchtig, frisch und süß-sauer. Übertreibt man es mit dem Lime Juice nicht, bieten sich Zucker und Limette auf Augenhöhe die Stirn. Das ganze wird ideal vom Schmelzwassergeschmack der vor sich hin tauenden Eiswürfel unterstützt, auch wenn diese im Originalrezept nicht vorgesehen sind.

Diese Kombination macht diesen klassischen Drink einzigartig und spricht durchaus auch Beginner auf diesem Gebiet an.

Nicht nur, aber gerade im Sommer ein wirklich passables Getränk um den Feierabend in eine warme Sommernacht einzuleiten!

Welcher Gin für den Gimlet?

Etwas bescheidenes, bodenständiges wie ein Hendricks, Gordons, Tanqueray oder der Bombay Sapphire Gin wären in jedem Fall passend. Das Mischungsverhältnis ist hierbei natürlich nicht zuletzt von den eigenen Vorlieben abhängig, etwas experimentieren kann nicht schaden.

Der Gimlet ist übrigens anstelle von Gin, ebenso mit Vodka oder Rum mixbar.