Der Negroni ist ein italienischer Aperitif Cocktail der in die Kategorie Pre-Dinner einzuordnen ist. Der süß-bittere Mix soll nach getaner Arbeit appetitanregend das Abendessen einleiten.

Wie der kräftige Appetizer entstand, was ein waschechter Graf mit dem Gin Cocktail zu tun hat und wie man einen guten Negroni ins Glas zaubert, erfahrt ihr bei Gin-Liebhaber.

Graf Camillo und der Negroni

Als Stammgast in der Florenzer Bar Casoni, galt in den 1920er Jahren der Graf Camillo Negroni. Dieser bestellte eines Abends einen Americano als klassischen italienischen aperitivo. Da ihm aber die Standardmischung von Campari, Wermut und Soda anscheinend nicht stark genug war, ließ er das Sodawasser kurzerhand durch Gin ersetzen.

Der Negroni war geboren und trägt seitdem den Namen des Grafen und zufälligen Erfinders.

Laut Dave Broom, einem führenden Gin Experten, bekommt man den wohl besten, oder sagen wir interessantesten Negroni in Tokio. Meister Kishi-San, Chef der japanischen Star Bar, verwendet Gin aus der Tiefkühlung, dem Kühlschrank und auf Zimmertemperatur, um laut seiner Aussage eine 3D-artige Textur im Mund zu erzeugen.

Gut zu wissen: ein normaler Negroni besitzt zwischen 26 und 30 % Vol. Alkohol. Hat der verwendete Gin mehr als 42% Vol. so liegt der Alkoholgehalt des fertigen Drinks noch höher.

Negroni Cocktail Rezept

In seiner Grundrezeptur werden Gin, Wermut und Campari zu gleichen teilen mit viel Eis und einer Orangenzeste in ein gekühltes Tumbler-Glas gefüllt. Folgende Abmessungen ergeben sich für den Negroni:

  • 3 cl Gin
  • 3 cl süßer Wermut (Tipp: [amazon link=”B008A1WF72″ title=”Carpano Antica Formula Vermouth“]
  • 3 cl [amazon link=”B0012Z5L7O” title=”Campari”]
  • viel Eis

Die Zutaten in ein mit Eis gefülltes Rührglas geben und etwa 30 Sekunden verrühren. Anschliessend in ein mit einem großen Eiswürfel gefüllten Tumbler abseihen. Garniert wird der Negroni mit einer Orangen- oder Grapefruitzeste.

Die International Bartender Association empfiehlt übrigens den Negroni in einem 1:1:1 Mischungsverhältnis zu mixen.

weitere Varianten

Im folgenden hätten wir da noch ein paar Abwandlungen und Adaptionen, angelehnt und durchaus verwandt mit dem klassischen Rezept.

Sloe-Groni

Eine Negroni-Variation mit Sloe Gin. Credit: Christian Kaufmann.

  • 4,5cl Gin
  • 2,25cl Campari
  • 2,25cl Sloe Gin
  • Flamed Orange Twist
Negroni Cocktail Variante - der Sloe Groni

Sloe-Groni by Christian Kaufmann

Auf Eis im Mixingglas rühren. Über frisches Eis in einen Tumbler abseihen und anschliessend mit einer Orangenzeste garnieren.

Contessa Negroni

  • 2cl Gin
  • 2cl roter Wermut
  • 2cl Aperol
  • 2 Spritzer Orangenblütenwasser

Für den Contessa Negroni werden alle Zutaten in ein mit Eis gefülltes Old Fashioned Glas gegeben und verrührt. Garniert wird mit einer Grapefruitzeste.

Welcher Gin darf’s sein für den Negroni?

Die Frage nach dem passenden Gin ist vielmehr Geschmacksache und nicht zuletzt davon abhängig welche Komponenten und Nuancen sich verbinden. Der berühmte Bartender und Buchautor Michael Dietsch führte eine Negroni Verkostung mit 3 Gin’s durch. Zu ihnen gehörten der Tanqueray, Hendrick’s und Perrys Tot Navy Strength Gin.

Dietsch, der zunächst den Tanqueray Gin als klaren Favoriten sah, wurde durch sein Tasting eines besseren belehrt. Für ihn war der Navy Strength Gin ein idealer Gegenspieler um es mit dem Campari aufzunehmen und durch seine Stärke dennoch alle gewollten Aromen ideal zu transportieren. Dennoch ist auch der Tanqueray oder ein Beefeater Gin immer eine gute Wahl für den herb-bitter-süßen Aperitif.

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Der Negroni für Einsteiger

  • 2-3 cl Gin
  • 2 cl Wermut
  • 2 cl Aperol
  • Graipefruitzeste

Wer es nicht ganz so hart möchte, ist mit dieser etwas leichteren Variante gut beraten. Die Zutaten, der Gin zuerst, in ein mit Eis gefülltes Glas abseihen und mit etwas Grapefruit oder einer Orangenscheibe garnieren. Ein Hendricks oder Jinzu Gin ergänzen sich in dieser etwas schwächeren Variante sehr floral-fruchtig mit Wermut und Aperol.

Literatur

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zuletzt aktualisiert am 30.06.2019

Titelbildcredit: Nuff by Unsplash