Achtung Verwechslungsgefahr: mit dem Gin Rickey haben wir weder einen Tom Collins, noch einen Gin Fizz oder gar Gin Buck im Glas.

Neben den genannten klassischen Gin Cocktails zählt auch der Rickey zu jenen simplen Drinks mit langer und durchaus interessanter Historie.

Colonel Joe Rickey und die Shoomakers Bar

Die Ursprünge des Rickey gehen auf die 1880er Jahre zurück. Zugesprochen wird der Cocktail dem Bartender George A. Williamson, der den Rickey zunächst mit Bourbon mixte.

Laut Historie entstand der Highball in Zusammenarbeit mit Stammgast Colonel Joe Rickey. Ob das stimmt, wissen wir auch nicht, zumindest aber seinen Namen gab der Offizier her.

Die Variante mit Gin anstelle des Bourbons entstand jedoch erst gut ein Jahrzehnt später, setzte sich in der Beliebtheit jedoch gegen den Originalcocktail durch.

Einst ein sehr renommierter und gefeierter Cocktail, geriet der Gin Rickey etwas in Vergessenheit, ehe er in den letzten Jahren, so wie viele klassische Cocktails, ein Revival erlebt.

Gin Rickey Rezept & Zubereitung

Cocktail mit Limette und Glasstrohhalm

Zutaten

  • 4 cl Gin
  • Frischer Limettensaft,
  • 1 cl Zuckersirup / Gomme  (nach Belieben, nicht notwendig)
  • Soda 
  • Eis
  • Limettenspalten

Zubereitung

Zunächst werden Gin, Limettensaft und Zuckersirup hart auf Eis geshaked. Anschliessend wird der Drink in ein mit Eis gefülltes Highballglas abgeseiht.

Im letzten Schritt wird alles mit Soda aufgefüllt und mit einer kleinen Limettenscheibe garniert serviert.

Geschmacklich frisch, sauer und mittelmäßig kräftig im Alkoholgehalt.

Passende Gins

Wie bei jedem guten Cocktail stellt sich noch die Fragen, welchen Gin man denn am besten für einen Rickey nimmt.

In erster Linie empfiehlt sich ein klassischer London Dry Gin. Der Tanqueray, Sipsmith oder ein Berry Bros & Rudd leisten hier gute Arbeit.

An sich liegt es an einem jeden selbst, denn Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Wenn man es ein wenig aromatisch möchte, kann man guten Gewissens auf einen New Western Dry Gin (z.B. Bombay Citron Pressé, Konkani, Bobby’s Schiedam Dry Gin) zurückgreifen.

Die Aromen eines New Western Dry Gins gehen in vielen Drinks leider verloren, aber in einem Gin Rickey kommen sie doch gut zur Geltung.

Aber auch ein Old Tom Gin (z.B. Professor Cornelius Ampleforth’s Bathtub Gin, Old Fox Gin) eignet sich sehr gut in diesem Cocktail und macht ihn im Endergebnis süßer.

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Und wo liegt der Unterschied zum Buck, Fizz und Collins?

Die Unterschiede mögen auf den ersten Blick nicht wirklich groß sein, aber für Kenner sind die dennoch da und auch zu schmecken.

Als zu seinen Hochzeiten noch Old Tom Gin für den Gin Rickey benutzt wurde, waren die Unterschiede zu einem Gin Fizz oder Tom Collins marginal.

Beim Gin Buck kommt zudem Ginger Ale anstatt Sodawasser zum Einsatz, er ist schärfer und würziger als der Rickey.

Der Rickey ist deutlich trockener als die vorher erwähnten Vertreter aus der Cocktailszene, denn der Wegfall des Old Tom Gins als der Nummer 1 Gin für einen Gin Rickey, sorgte auch dafür, dass die Zuckernote wegfiel, welche den Cocktail etwas lieblicher machte.

Diese doch recht trockene Mixtur kam nicht bei allen so gut an, auch deshalb, so vermutet man, ist dieser Drink nicht so bekannt, wie es ein Fizz oder Collins sind.


Titelbild: Foto von cottonbro

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