Der Nikka Coffey Gin ist das Produkt einer japanischen Whiskymanufaktur, die vom Urvater des japanischen Whiskys Masetaka Taketsuru gegründet wurde.

Seit 2017 sind neben besagtem Whisky auch Gin und Vodka im Sortiment der traditionsreichen Destillerie. Wir haben den auf 12.000 Flaschen limitierten Nikka Coffey Gin, der einiges mit bereits bekannten japanischen Gins gemeinsam hat, probiert.

Dieser Japaner verspricht komplexe Zitrusaromen, souveränen Wacholder und einen lang anhaltenden, tiefgründigen Abgang bei 47% Vol.

Wir haben ihn probiert um herauszufinden, was der Nikka von diesem Versprechen halten kann.
Liquid Director Gin Club

Tasting & Nosing

In der Nase entfaltet sich ein enorm intensives, fruchtig frisches und würziges Aroma. Verschiedene, zum Teil exotisch anmutende Zitrusnoten bahnen sich ihren Weg.

Wir bemerken Wacholder, etwas Pfeffer, Limetten und Orangen.

Am Gaumen setzt der Nikka Coffey Gin seine frischen Aromen fort. Sind die Zitrusaromen etwas abgeebbt, so zeigt sich auch der Wacholder wieder etwas mehr. Mit etwas Eis im Glas, werden die Zitrusaromen noch einmal mehr betont.

Wie viele andere wurden wir nahezu erschlagen (im positiven Sinn) vom Facettenreichtum der unterschiedlichen Zitrusnoten.

Neben dem erwähnten Wacholder, der einen würzigen Anteil beisteuert, ließen sich noch Apfelaromen, etwas Koriander, Pfeffer und bittere, sowie fruchtige Nuancen auf unserer Zunge nieder.

Im Abgang ist der Nikka Coffey Gin komplex würzig-fruchtig, bitter und noch immer von Wacholder und Zitrusaromen geprägt.

Nase: frisch-fruchtig & würzig – Zitrone / Yuzu, Limette, Wacholder, Pfeffer, Orange

Zunge: frisch & würzig – Zitrone / Yuzu, Pfeffer, Koriander, Wacholder, Apfel, bittere Noten, Orange

Hintergrund & Herstellung

Sicher waren wir nicht allein mit der Vermutung, dass das “Coffey” im Namen, etwas mit Kaffee als Botanical im Gin zu tun haben könnte.

In diesem Fall bezieht es sich jedoch auf den Namen der Destillationsanlage, die auf Aeneas Coffey, einem irischen Erfinder und Ingenieur zurückgeht.

Er erfand und entwickelte 1831 die sog. “Coffey Still”, eine auch als “column oder permanent still” bekannte Anlage.

Diese ermöglicht es durch 2 Säulen mit verschiedenen Trennplatten wesentlich effektiver, schneller und vor allem durchgehend zu destillieren.

11 verschiedene Botanicals finden dabei ihren Weg in den Gin. Dazu zählen:

  • Wacholder,
  • Angelikawurzel,
  • Zitronenschalen,
  • Orangenschalen,
  • Koriander,
  • Yuzu,
  • Apfelsaft,
  • Sancho Pfeffer,
  • Amanatsu (orange-gelbe Zitrusfrucht),
  • Kabosu (gelb-grüne Zitrusfrucht),
  • Shikuwasa (Okinawa-Limette).

Besonders interessant ist hier die Fülle an asiatischen und exotischen Zitrusfrüchten, die sich nicht zuletzt im Geschmack niederschlagen.

Nach der Destillation wird der Nikka Coffey auf eine Trinkstärke von 47 % Vol. gebracht und abgefüllt.

passende Tonic Water & Cocktails

Für den Nikka Gin Tonic, haben wir uns 3 verschiedene Tonic Water herausgesucht:

Mit dem klassischen Thomas Henry wurde wie gewohnt ein nicht unerheblicher Teil des Wacholders und der Zitrusnoten betont. Wer es besonders kräftig und bitter mag, sollte diesen Filler verwenden. Auch weil sich die typische Bitterkeit des Tonic Waters hier ergänzend mit dem bitteren Charakter des Nikka Gins verbindet.

Das Dry Tonic von Dr. Polidori erzeugte einen trockenen, fruchtig-frischen und sehr würzigen Drink. Fruchtige Nuancen, die Zitrusnoten und der Pfeffer wurden deutlich hervorgehoben.

Auch das Fentimans Tonic funktionierte gut mit dem Nikka Gin. Die schon im Tonic vorhandenen Limettenaromen betonen selbige und auch andere Zitrusnoten enorm. Ausgewogen, fruchtig und insgesamt etwas süßes als die beiden anderen Filler.

Auf stark aromatisierte Tonic Water würden wir übrigens völlig verzichten, denn der Nikka bringt genug Eigenaroma und Komplexität mit. Hier würde die Entfaltung des Gins unter zu “viel” Tonic-Last erdrückt.

Generell harmoniert der Japaner sehr gut mit einem typischen Indian oder Dry Tonic Water.


Dieser Japaner ist zwar kein Allrounder in diversen Gin Cocktails, beweist sich aber im Martini, Bees Knees, Gimlet und Negroni mit seinem bitteren Charakter und den opulenten Zitrusaromen.


Nikka Dry Martini

Martini Gin Cocktail mit dem Nikka Coffey Gin

Wie gemacht für den Martini, passen die vielgestaltigen Zitrusnuancen des Japaners perfekt für diesen Drink.

Alle Zutaten in einem Rührglas verrühren und anschliesend in eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen. Garniert wird der Nikka Martini mit 1-3 Oliven oder passender, mit einer Zitronenzeste.


NIKKA Red Snapper

  • 4,5 cl Nikka Coffey Gin
  • 6 cl Tomatensaft
  • 1,5 cl Sojasoße
  • 1 cl frischer Zitronensaft
  • Spritzer Tabasco Soße
  • Prise Salz & Pfeffer

Ein würzig-feuriger Drink, der perfekt mit den Aromen des Nikka Gins harmoniert.

Für den Red Snapper werden alle Zutaten hart auf Eis geshaked. Den Cocktail anschließend in einen mit Eis gefüllten Tumbler abseihen.

Dekoriert wird mit einer Olive und / oder Selleriestange.


Fazit

Oft wird behauptet, dass dieser oder jener Tropfen schmeckt wie nichts zuvor und dass der jeweilige Charakter unvergleichbar wäre.

Nun, hier haben wir einen Gin mit durchaus unverwechselbarem Charakter, einer ganz eigenen Zitrusfacette und der Tatsache ihn nicht universell in diverse Drinks unterbringen zu können.

Wer besonderen Zitrusnoten etwas abgewinnen kann und auf einen enorm komplexen, würzigen und bitteren Charakter steht, der sollte ihn auf jeden Fall probieren.

Definitiv nicht zu jedem Cocktail passend, pur irgendwie anders und generell eher geeignet für Kenner, die seine Komplexität und das andersartige zu schätzen wissen.

Letzte Aktualisierung am 24.07.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Titelbild von Jenny Diehl

Martini Bild: by Aditya Saxena on Unsplash