Dry Gins/ Destilled Gins Gin-Sorten

Von Hallers Gin: komplett irisch – komplett deutsch mit einem Hauch von Ingwer

von Hallers Gin im Test

Der Gin ist allgemein als britisches Getränk bekannt, kommt allerdings ursprünglich aus den Niederlanden. Die britischen Soldaten brachten den Genever aus dem holländisch-spanischen Krieg zurück auf die Insel. Der Wacholderschnaps ist in Deutschland wieder ein Renner.

Die Qualität hier liegt mittlerweile auf Augenhöhe mit britischen Brennern. Selbst in diesem Mitbewerb gibt es eine Ausnahme: von Hallers Gin, ein deutsch-irisches Hybrid-Produkt.

Die Herstellung von Gin

Die Basis biltet ein Agraralkohol aus Getreide sowie Obst und Melasse. Er ist gereinigt geruchs- und geschmacksneutral. Den Geschmack und das Aroma bekommt der Gin durch das Aromatisieren mit Botanicals. Dazu gibt es unterschiedliche Methoden zur Gin Herstellung, wie die Mazeration, mit der Von Hallers hergestellt wird

Bei der Mazeration legt man die Aromakomponenten direkt in den erkalteten, fertigen Alkohol ein. Sie geben damit Geschmack und Aroma an den Alkohol ab. Danach wird erneut destilliert. Der Destilled-Gin wird in die Flaschen abgefüllt. Kommen die Botanicals in den kalten oder heißen Alkohol, ist das ein Kalt- oder Heißauszug. Beim Heißauszug kommen sie oft direkt in die Maische.

Von Hallers Gin – komplett Deutsch, komplett Irisch

Der Markenname von Hallers geht auf den Physiker, Botaniker sowie Poeten Albrecht von Haller zurück, der 1736 in Göttingen einen botanischen Garten anlegte. In diesem Garten wachsen die verwendeten Kräuter sowie Pflanzen für das Ginaroma. Eigentlich war der Garten als Medizinalpflanzengarten geplant mit Heilpflanzen für die Medizin- und Pharmakologiestudenten in Göttingen. Heute, 280 Jahre später, werden die Zutaten Ingwer, Baumfuchsie „Halleria lucida“ (benannt nach Haller) und Zitronenverbene angebaut, handgepflückt und in der Shed Destillery im abgelegenen Drumshanbo (Irland) langsam, sowie schonend destilliert.

Die Brennerei wurde vor Weihnachten 2014 gegründet und ist seit über 100 Jahren die erste neue Destillerie in Connacht im Nordwesten von Irland. Gebrannt wird in kleinen Kupferbrennblasen nach dem aufwendigen traditionellen Mazerationsverfahren, bei dem die Alkoholdämpfe durch den Kalmus strömen.

So entsteht ein aromatischer, unverwechselbarer reiner Gin aus der Kombination der deutschen Kreation und irischer Brennkunst. Insgesamt setzt sich das Aroma bei der Destillation aus zehn Kräutern und Pflanzen zusammen. Durch die Wasserpflanze Kalmus wird der fertige Gin mit der Ingwernote leicht erdig. Der von Hallers Gin hat ein helles und florales Spektrum.

Von Hallers Gin (1 x 0.5 l)
  • Farbe: Klar.
  • Nase: Frisch, leicht fruchtig.
  • Geschmack: Wacholder, Noten von Zitrusfrüchten, Hauch von Ingwer, Zitronen.

Das Outfit

Die Halbliter Flasche ist hellblau und trägt die Aufschrift „Göttingen Botanical Gardens“. Er hat 44 Volumenprozent, wurde in herkömmlichen Kupferkesseln durch Mazeration gebrannt und harmoniert mit Tonic Wasser und in Cocktails ausgezeichnet. Der Gin enthält kein Zuckercouleur.

von Hallers Tasting & Nosing

Der Gin selbst ist klar und hat ein frisches, leicht fruchtiges Aroma. In der Nase entfaltet sich zunächst zurückhaltend ein typisches Wacholderaroma, welches von zitruslastigen Aromen und leicht scharfem Ingwer abgelöst wird. Im Ersteindruck nicht unbedingt komplex, aber die Kombination von Zitrus, Wacholder und etwas würzigem Ingwer fanden wir interessant.

Den Wacholder schmeckt man zusammen mit Noten von Zitrusfrüchten und einem Hauch von Ingwer. Er bringt einen lang anhaltenden Abgang und wirkt dann auch etwas komplexer.

Der Test auf Eis

Im Geschmack kommt die leichte Schärfe des Ingwers zum Tragen, danach folgt bereits die leichte Zitrusnote, die schon im Aroma steckt. Das tolle Aroma ist eine Kombination aus erfrischend, fruchtig und leicht scharf, letztlich kommt ein Abgang mit leichter Bitternote. Der Von Hallers ist ein Gin, der sich sehen, respektive schmecken lassen kann.

passende Tonic Water

Im Test mit dem Dry Tonic von Schweppes werden die fruchtigen Noten nochmals etwas stärker hervorgehoben, der Ingwer hat dabei leicht das Nachsehen. Mit einem Fever Tree oder Goldberg Tonic kann man den Ingwer etwas deutlicher herauskitzeln, hier harmoniert der von Hallers gut im Gin Tonic.

Unser Fazit

Wer einen würzigen und zugleich fruchtigen Wacholderbrand sucht, ist mit dem von Hallers gut beraten. Ein bodenständiger Gin für einen Preis aus dem Premiumsegment mit einer durchaus interessanten Zusammenstellung an Gewürzen.


Bildcredits: von Hallers Gin Official Facebook Fanpage