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Roner Z44 Gin aus Südtirol – Wacholder vs. Zirbenzapfen

Roner Z44 Gin im Test & Tasting

Alpines Flair in Deutschland. Der auf Zirbenzapfen setzende Roner Z44 Gin gibt sich die Ehre in unserem Tasting. Ein weiterer aromatisierter Destilled Gin? Richtig und der Italiener hat sogar noch einige Überraschungen mitgebracht…

Geschichte des Z44

Der Roner Z44 Gin stammt aus Italien, genauer gesagt aus Südtirol. Seit 1946 wird in der Roner Destillerie gebrannt. Was mit einer kleinen Brennblase, errichtet von Gottfried Roner, im Elternhaus begann, entwickelte sich in den Jahren zu einer ansehnlichen Brennerei, die mittlerweile auch international mitmischt. Neben Grappa wurden diverse Obstbrände und Liköre in Tramin hergestellt. Seit 2007 wird die Destillerie von Karin Roner in der mittlerweile 3. Generation geführt.

Angebot
Roner Z44 Gin (1 x 0.7 l)
  • Die Essenz aus Zirbenzapfen
  • Wacholdernoten, Kräuteraromen, blumig, Zirbelgeschmack
  • Pur als Gin Tonic oder im Cocktail zu genießen

Botanicals

Basis dieses feinen Tropfens bildet eine Zirbenzapfen-Essenz. Gewonnen wird diese aus den besagten Zapfen der Zirbelkiefer. Dieser Baum findet sich auch auf dem auffälligen Flaschendesign wieder. Nach einem 3 Jahre dauernden Reifeprozess werden diese Zapfen per Hand gepflückt. Daneben ist typischerweise auf Wacholder vertreten, sowie Schafgarbe und Veilchen- und Enzianwurzel. Das sind alle bekannten Botanicals, der Rest bleibt natürlich Betriebsgeheimnis.

Abgefüllt wird das fertige Produkt mit 44 % Vol., was bei dem Namen nicht sehr verwunderlich ist, in die wirklich schön gestaltete und mit einem Glaskorken versehene Flasche.

Nosing

Beim Erstkontakt in der Nase fällt uns sofort das kräftige Wacholderaroma auf, welches später in einen leichten Alkoholgeruch übergeht. Im Hintergrund erzeugen Zitrone und Grapefruit im Wechselspiel leicht fruchtige Eindrücke. Eine angenehme Frische nehmen wir ebenfalls war, sind uns aber nicht sicher ob diese von der Minze oder doch eher von der Zirbenzapfenessenz ausgeht.

Tasting

Am Gaumen spielt, wie beim Nosing, der Wacholder eine zentrale Rolle. Die Zirbenzapfen und Enzianwurzeln erzeugen ein sehr angenehmes Aroma, welches auf eine gewisse Art und Weise an den typischen Duft eines Nadelwaldes erinnern lässt. Dieses Aroma hielt bei uns jedoch nicht sehr lange an, bis wir eine kleine Überraschung erlebten, denn nach einer kurzen Zeit im Mund wird der Roner Z44 Gin auffallend scharf. Wir hatten das Gefühl eines leichten Brennens im Mund. Dies lässt auch im Abgang nicht nach. Allerdings lässt der Gin immer noch genug Raum für Wacholder- und Zitrusnoten um ein süßlich-herbes Aroma entstehen zu lassen.

Insgesamt waren wir vom runden Aroma des Z44 begeistert. Wacholder wurde geschickt, jedoch nicht zu dominant in den Vordergrund gestellt, um dennoch Platz für die Zirbenzapfen und weitere alpine Noten in der Nebenrolle zu lassen. Würzig, angenehm scharf und mit leicht fruchtigen Anklängen kam uns der Roner in die Nase und an den Gaumen.

passende Tonic Water

Will man den Roner Z44 im Gin Tonic genießen, empfehlen sich klassische, unaufdringliche Tonic Water. Von uns probiert mit dem Thomas Henrys und einem Fever Tree. In beiden Varianten hat uns das Endergebnis gefallen. Mit dem Fever Tree konnten wir jedoch das Nadelaroma etwas deutlicher betonen. Leider gehen im Gin Tonic einige der pur erlebten Noten unter, was den Z44 G&T dennoch nicht schlecht da stehen lässt.

Fever Tree Tonic Water 12 x 0,2 Liter
  • Seltene und erlesene Zutaten ergeben hochwertiges Tonic Water
  • Handgepresstes Bitterorangenöl aus Tansania und reinstes Quellwasser
  • Ideal geeignet für leckere Cocktails, besonders für Gin oder Wodka

Fazit

Schaut man sich die Region, die Botanicals und auch die schön gestaltete Optik der Flasche des Z44 an, so spiegelt der Geschmack all diese Versprechen deutlich wieder. Man fühlt sich, als säße man an einem Alpensee, umschlossen von Nadelgehölz mit Blick auf eine wunderschöne Alpenkulisse im Hintergrund. Genau diese Idee, dieses Flair kann der Roner Gin durchaus vermitteln, wenn man sich eben darauf einlässt.

Würden wir vergleiche zu anderen Gins ziehen wollen, so würde uns dies kaum gelingen, da er sich einfach abhebt. Für etwas über 50 € / 0,7 L sicherlich ein stolzer Preis, der nicht nur Neulinge abschreckt. Schaut man sich seine Kollegen an, die überwiegend auf 0,5 L Flaschen setzen, amortisiert sich die Investition in diesen Südtiroler Tropfen jedoch ein wenig.

 


Bildrechte: https://www.facebook.com/z44gin/