Der englische “Professor Cornelius Ampleforth’s Bathtub Gin” ist das Ergebnis traditioneller Handarbeit. Aufgrund seines Geschmacks und des nostalgischen Designs seiner Verpackung erhielt der Bathtub Gin diverse Auszeichnungen.

Darunter eine Goldmedaille auf der International Spirits Challenge 2013 und eine Goldmedaille auf der Internaional Wine & Spirits Competition 2012 sowie die Auszeichnung „Best Design“ auf den Drink Business Awards 2012.

Der nun als Ableforth’s Bathtub bekannte Gin, ist seit seiner Kürung bei den World Gin Awards im Jahre 2014 bis heute der beste Compound Gin der Welt.

Doch Preise und Loblieder hin oder her, wir wollten uns unser eigenen Bild zum “Badewannen”-Gin machen und haben ihn probiert…

Liquid Director Gin Club

Tasting & Nosing

Apleforth’s Gin stellt sich in einer harmonischen Kombination aus kräftiger Wacholdernote mit fruchtigen Zitrusaromen und würzigen Kräutern dar.

Besonders herauszustellen ist das Zusammenspiel von fruchtig-süßem Kardamom und erdig-floralem Koriander. Auch ein Hauch von Zimt ist erkennbar. Mit Noten von Kardamom und Gewürznelke macht sich dieser am Gaumen angenehm breit.

Der Bathtub Gin begeistert durch eine unerwartete Intensität und Kraft.

Er präsentiert sich im langen, wärmenden Abgang durch die Aromen von Kardamom, Orange und Zimt in einer weihnachtlichen Würzigkeit.

Diese tritt jedoch mit der Zeit in den Hintergrund und wird durch eine angenehme, fruchtige Süße ersetzt.

Nase: klassisch-würzig – Wacholder, Kardamom, Zimt, Zitrone, Orangen

Zunge: würzig-fruchtig – Wacholder, Zimt, Zitrone, Orangen

Passende Tonic Water & Cocktails

Sowohl das klassische Thomas Henry, als auch ein Fever Tree sind hier passende Tonics. Da dieser Gin einen kräftigen Charakter ins Glas bringt, taugt er im Gin Tonic mit einem gewöhnlichen Indian Tonic Water durchaus.

Wer es etwas weniger süß mag, der verwendet am besten ein Dry Tonic.

Das Schweppes Dry, Goldberg Bone Dry oder Dr. Polidori Dry Tonic Water eignen sich hier hervorragend.

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Im Cocktail eignet er sich am ehesten für einen Negroni, Tom Collins oder Aviation.

Bathtub Negroni

Negroni mit Ambleforths Bathtub Gin

Eine insgesamt herb-süße, frische Interpretation des Negroni. Alle Zutaten mit Eis verrühren und den Drink anschliessend mit einer Orangenzeste garnieren.


Apleforth’s Bathtub Gin – Geschichte & Herkunft

Hinter dem Produkt „Professor Apleforth’s Bathtub Gin” steht das Self-Made-Unternehmen im Craft Spirits Bereich „Professor Cornelius Apleforth“ aus Kent im Süden Englands.

Schon lange vor der Gründung der kleinen Firma im Jahre 2011 experimentierte Professor Apleforth mit besonderen Zutaten und Herstellungsverfahren.

Schnell erlangten die Spirituosen des „verrückten Professors“, einen guten Ruf. Dieser ermutigte ihn, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

Seither schafft der Erfindergeist des Professors in seiner kleinen Manufaktur neue innovative Produkte, die nicht nur die Konsumenten überraschen, sondern auch die Konkurrenz aufhorchen lassen. Der Bathtub Gin gehört dazu.

Der Begriff „Bathub“ deutet auf die traditionelle Gin Herstellung in Handarbeit hin, hat aber auch eine historische Bedeutung. Bereits im 18. Jahrhundert gab es in England eine gefährliche Gin-Epidemie mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von durchschnittlich zehn Litern.

Die nachfolgende Biersteuererhöhung war damals dafür verantwortlich, dass viele Bürger illegal Alkohol selbst herstellten. Dazu nutzen sie nicht nur Töpfe, Pfannen oder Bottiche, sondern auch Badewannen, im Englischen „bathtub“.

Bathtubs waren groß genug, um eine Menge Branntwein herstellen zu können. Außerdem ließ sich das qualitativ schlechte Destillat durch Vermischen mit Gewürzen und Kräutern gut überdecken. Schnell wurde dieser Brand unter dem Namen „Bathtub Gin“ bekannt.

Der Gin-Epidemie wurde im Jahre 1751 durch die Einführung diverser Maßnahmen Einhalt geboten. Mehr zur Geschichte des Gins gibt es hier: Die Geschichte des Gins – Chronologie einer Spirituose

Handfertigung im Labor

Der Gin wird von Professor Ampleforth in seinem kleinen Labor in England in eigener Regie und traditioneller Handfertigung produziert. Die benötigten Zutaten werden von ihm selbst ausgesucht und die besten Ingredienzien verwendet.

Der qualitativ hochwertige Alkohol, den der „verrückte Professor“ verwendet, destilliert er in kupfernen Pot Stills (Brennblasen). Bei niedrigen Temperaturen extrahiert er in seiner selbst entwickelten Cold Compounding-Anlage besonders schonend die Aromen seiner Botanicals, bevor er sie in das Destillat überführt.

Hergestellt wird er in kleinen Chargen von 30 bis 60 Flaschen. Dadurch ist eine optimale Überwachung durch stetige sensorische Kontrolle des Zustandes der Spirituosen gegeben.

Die Limitierung brachte ihm auch den Beinamen „Ultra Small Batch Gin“ ein.

Botanicals

Die Rezeptur und die Zusammensetzung der Botanicals hat der Vater des überaus würzigen Gins, selbst in seiner kleinen Manufaktur ausgeklügelt.

Neben den traditionellen Wacholderbeeren, finden folgende Pflanzenauszüge in den Gin:

  • Koriander,
  • Kiefernharz,
  • Kardamom,
  • Orangenschalen,
  • Gewürznelken
  • und Zimt.

Aufmachung & Design

Nicht nur der Geschmack hebt sich von anderen Destillerien ab, sondern auch das edle Self-Made-Design, das zur überlieferten Geschichte hinter dem Professor Apleforth’s Bathtub Gin passt.

Auf dem braunen Packpapier, mit dem die, an eine viktorianische Apotheke erinnernde, bauchige 0,7-Liter-Flasche fest umhüllt wurde, befindet sich ein gedrucktes Etikett. Auf diesem sind ein antik wirkendes Logo mit dem Namenszug des Professors und die Bezeichnung „Bathtub Gin“ zu finden.

Außerdem befinden sich handgeschriebene Informationen zur Geschichte, der Herstellungsmethode und den Botanicals darauf.

Die schwarze Wachskappe, die den Korken umschließt, wird mit dem Papier durch eine traditionell hergestellte Schnur, die um den Flaschenhals gewickelt wurde, zusammengehalten

Das unkonventionelle Design ist ein schöner Kontrast zum geschichtlichen Bezug und zur handwerklichen Kunst.

Fazit – süßlich, fruchtig und irgendwie anders

Insgesamt ein angenehm würziger und fruchtiger, milder Gin. Klassische Wacholdernoten kombinieren sich gut mit würzig-warmen Zimt, Zitrusnoten und Orangen.

Letztlich bedient der Bathtub Gin ein recht breites Spektrum an Geschmäckern. Fans von trockenen London Dry Gins werden ihn sicher zu süß und mild finden.

Gin Einsteiger werden hier schon eher glücklich und alle die Wacholder, fruchtige Aromen und einen etwas süßeren Charakter schätzen, sollten ihn probieren.

Aber auch Hobby-Mixologen und professionelle Barkeeper werden von dem Ampleforth Gin durchaus begeistert sein.

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Erhältlich ist der Bathtub Gin u.a. auf Amazon oder bei Wacholder Express:


Titelbild: ©Nicole Kubbat

Bildcredit: by Andrea Riezzo on Unsplash

*Link auf Wacholder Express

 

zuletzt aktualisiert am 29.03.2021