Der Aviation Cocktail zählt zu den Mixgetränken, die in den letzten Jahren eine wahre Renaissance erlebten.

Obwohl er schon vor über einhundert Jahren „erfunden“ wurde und das erste Aviation Rezept bereits 1916 veröffentlicht wurde, war der Klassiker lange Zeit von der Bildfläche völlig verschwunden.

Jetzt kehrt der coole, blaue Cocktail langsam in die Bars zurück!

Aviation – ein Cocktail aus den Wolken

Die Idee für den Aviation – der übrigens nichts mit dem gleichnamigen US-Gin zu tun hat – stammt vom deutschen Bartender Hugo Ensslin, der während des ersten Weltkriegs in New York mixte und in seinem Buch „Recipes for Mixed Drinks“ diesen Drink präsentierte.

In seiner Ur-Fassung enthielt der Drink außer Gin und Zitronensaft nur jeweils einen Spritzer Maraschino-Likör und einen Spritzer Crème de Violette, also Veilchenlikör.

Erfunden & vergessen

Eine ziemlich saure Angelegenheit – der Aviation Cocktail zählt auch zu den echten Sours. Die Crème de Violette ist nicht nur sehr charakteristisch für diesen Drink, sondern war auch entscheidend für seinen Untergang.

Durch die violette Farbe des Likörs erhält der Cocktail je nach Menge seine typisch bläulich-graue Farbschattierung. Und da dieser Farbton an einen Wolkenhimmel erinnert, lag auch der Name „Aviation“ (engl. für Fliegerei/Luftfahrt) geradezu auf der Hand.

Da Crème de Violette bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts aber kaum mehr erhältlich war, verschwand der Aviation irgendwann dann komplett aus den Angeboten der Bars.

Zwar blieb eine Variante, die nur aus Gin, Zitronensaft und Maraschino bestand, am Leben – aber diese drei Komponenten reichen eben nicht aus für einen echten Aviation.

Die Renaissance

Erst als im Zuge des Cocktail-Booms auch exotischere Zutaten, wie der Veilchenlikör, wieder erhältlich wurden, waren die vier Grundzutaten des Aviation wieder verfügbar und es etablierte sich das folgende Aviation Rezept als Basis für den Drink:

blauer Aviation Cocktail mit Barsieb

Die Farbe des Fliegercocktails lässt sich nicht komplett steuern, hier ist immer die Marke und Dosierung des Veilchenlikörs ein entscheidender Einflussfaktor.

Die Färbung schwankt dabei zwischen blau, grau und violett erst nach etwas Herum-Experimentieren.

Der Cocktail wird über Eis gemixt und gerührt, dann aber straight-up über ein Barsieb in ein am besten vorgekühltes Martini-Glas serviert.

Als Dekoration ist nicht viel notwendig: Entweder eine einzelne Maraschino in das Glas geben oder eine Zitronenzeste auf den Drink legen, was einen spannenden optischen Kontrast zur bläulichen Färbung erzeugt.

passende Gins zum Drink

Damit der Cocktail durch seine blumig/florale Note (Maraschino/Veilchen) nicht dominiert wird, benötigt er einen klaren, aber kraftvollen Gin. Der Tanqueray ist eine gute Wahl, aber auch ein Beefeater, Juniper Jack oder 47er Bombay Sapphire erfüllt seine Dienste in diesem Drink.

Ein perfektes, wenn auch mildes und unauffälliges Match bietet der gleichnamige Aviation Gin zum Cocktail, dieser bringt einen zurückhaltenden Charakter und passend blumige Noten von Lavendel mit.

Nicht Jedermanns Sache, doch durchaus passend ist das Vanillearoma welches der Sir Edmond Gin mit in den Aviation transportieren kann.

Die Wahl des Veilchen-Likörs steuert natürlich nicht nur seine Farbe, sondern auch die geschmackliche Orientierung.

Gut geeignet ist The Bitter Truth, der mit seinem unaufdringlichen Veilchenaroma nicht den ganzen Drink dominiert. In Variationen wird der Aviation mit Limetten- statt Zitronensaft oder mit Cointreau statt dem Maraschino gemixt.

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Bildcredit: Foto von Helena Lopes von Pexels

 

zuletzt aktualisiert am 27.01.2022