Eine mit Gold überzogene Flasche, welche einen Totenkopf ziert, aus Belgien stammt und mit echten Kokablättern versehen ist.

Wer in der heutigen Gin-Welt dachte, er hätte schon alles gesehen, wird spätestens mit dem Amuerte Coca Leaf Gin eines Besseren belehrt.

Doch wissen wir mittlerweile, dass gutes Storytelling und eine schicke Verpackung noch kein Garant für außergewöhnlich leckere Tropfen sein müssen.

Amuerte Coca Leaf Gin 43,00% 0.7 l.
  • Premium-flaschendesign veredelt mit 24-karat-blattgold.

Tasting & Nosing

In der Nase wirkt der Amuerte zunächst sehr frisch und zitruslastig. Vanilleanklänge, Pfeffer und sehr zurückhaltende Wacholdernoten umspielen diesen Ersteindruck.

Auf der Zunge kommen neben Zitrone und trockenem Kardamom noch angenehm pfeffrige Aromen hinzu. Fruchtig, würzig mit Koriander und exotischen Nuancen versehen.

Neben fruchtigen und süßen Aromen, kommt die Bitterkeit der Coca-Blätter voll zum Tragen und harmoniert gut mit dem gewissen exotischen und würzig-herben Touch.

Wacholder sucht man eher vergebens, das ist schade, jedoch birgt der Amuerte als Trostpflaster einen bunten Blumenstrauß anderer, komplexer Noten.

Nase: fruchtig-würzig – Zitrone, Vanille, Pfeffer

Zunge: herb-bitter, fruchtig-exotisch – Zitrone, Kardamom, Pfeffer, bittere Kokablätter, Drachenfrucht

passende Tonic Water & Cocktails

Für einen exotischen Gin-Tonic empfehlen wir ein zurückhaltendes, weniger süßes Tonic Water.

Wir haben den Amuerte deshalb mit dem Fever Tree Indian Tonic und einem Thomas Henry probiert.

Das weniger dominante Fever Tree hatte leicht die Nase vorn, da es wie so oft an anderer Stelle schon erwähnt, feineren Noten durchaus eine Chance gibt, auf Zunge und Gaumen präsent zu sein.

Fever Tree Indian Tonic Water 0,5 Liter Flaschen, 12er Pack...
  • Fever Tree Indian Tonic Water Großflasche
  • Perfekt für Party, Geburtstag oder Gastronomie
  • Qualität von Fever-Tree

Ebenfalls durchaus passend könnte hier ein Dry Tonic Water (z.B. von Schweppes) sein. Diese betonen i.d.R. gerade die fruchtigen Anteile enorm.


Amuerte Bramble

Bramble Cocktail mit Amuerte Gin

Bildcredit: Amuerte Gin

    • 6 cl Amuerte Gin
    • 3 cl frisch gepresster Zitronensaft
    • 1,5 cl Zuckersirup
    • 1,5 cl Creme de Mûres 

Bitter-würzig und exotisch-fruchtiger Gin trifft auf den beerig-frischen Cocktail schlechthin. Der Amuerte ergibt ein ideales Pairing mit dem klassischen Bramble Cocktail.

Die Brombeeren in einem Tumbler zerdrücken und das Glas mit etwas Eis füllen. Anschließend alle weiteren Zutaten hinzugeben und umrühren.

Garniert wird mit 1,2 zusätzlichen Brombeeren.


Aufgrund der bitteren & exotischen Noten harmoniert der Amuerte hervorragend mit generell fruchtig angehauchten Gin Cocktails.

Im erwähnten Bramble weiß er sich ebenso zu behaupten wie in einem Bloodhound, Pegu Club oder Singapore Sling.

Klassische Drinks wie der Negroni, Martini oder Gin Fizz profitieren vom würzig-bitteren Charakter, wenngleich auch der Wacholder hier leider etwas auf der Strecke bleibt.


Herkunft & Geschichte

Der Gin kommt aus Belgien. Ins Leben gerufen wurde die Idee von einem dort ansässigen Ehepaar, welches sich dem Entdecken ferner und exotischer Reiseziele verschrieben hat.

Ein Jahr reiste das Paar durch die entlegensten Orte, u.a. in den Regenwald Kolumbiens. Sie konnten beobachten, wie die dort ansässigen Einwohner auf Kokablättern kauten, einer belebenden und heilsamen Pflanze.

Die Kokapflanze wurde im Reich der Inka verehrt, da sie Krankheiten heilte, Energie gab und Hunger stillte.

Mit der Idee, bittere Koka und andere exotische Zutaten zu verarbeiten, reisten sie zurück nach Belgien.

Seit nunmehr 112 Jahren, besser gesagt 4 Generationen wird in der Familie Gin destilliert.

verwendete Botanicals

  • Wacholder
  • Koka-Blätter
  • Drachenfrucht
  • Baumtomate
  • peruanische Physalis
  • Orangenschalen
  • Kardamom
  • Papaya
  • Sichuanpfeffer

Black & White Edition?

Neben der Farbe unterscheiden sich beide Varianten etwas in Geschmack und Zutaten. Die Amuerte White Edition  ist etwas milder, bei mehr Süße und Zitrone.

Einige geheime Botanicals, u.a. aber Koriander machen den Unterschied zum schwarzen Koka-Gin.

Seit kurzem gibt es eine weitere Version – den Amuerte Coca Leaf Red Edition. Die Hauptrolle bei dieser noch fruchtigeren Sorte spielen Ananaserdbeeren (Pineberrys).

Fazit: mehr als nur eine tolle Idee

Aggressives Storytelling und ominöses Design hin oder her – dieser Gin kann was. Zwar ist es streng genommen kein, nach üblichen Auflagen gebranntes Produkt, doch zählt letztlich die Bandbreite der Aromen.

Von bitter, über würzig, bis hin zu fruchtig-blumig reicht der komplexe Charakter des Amuerte.

Was aber vermissen wir deutlich? Wacholder! Ein toller Gin, ohne jede Frage, doch versteckt sich das klassischste aller Aromen bis auf einen verschwindend geringen Hauch.

Schade und dennoch werden auch Fans von traditionellen Tropfen begeistert sein. Gerade in erwähnten Cocktails, kann der Coca Leaf Gin punkten.

Für stolze 50 € / 0,7 L Flasche erhält man den schicken und exotischen Koka-Gin u.a. auf Amazon  oder direkt bei Wacholder Express.


 

Bildcredit: Amuerte Gin