In Kyoto destilliert und abgefüllt, ist der KI NO BI ein trockener, fruchtig-würziger Gin mit spürbarem japanischen Charakter.

Gerade die Region um Kyoto offenbart lokal wachsende Zutaten, wie die Yuzu, Sansho Pfeffer oder den berühmten Uji Tee.

Tasting & Nosing

In der Nase sehr frisch und fruchtig. Ein würzig-pfefferiger und zitrusbetonter Charakter bildet die Basis.

Hinzu gesellen sich klassische Noten von Wacholder und Nadelaromen. Auch eine gewisse Würzigkeit lässt sich durch Anklänge grünen Tees erkennen.

Auf der Zunge dominieren zitruslastige Aromen, Yuzu und Pfeffer sind sofort präsent. Der Wacholder bringt harzige, an einen Wald erinnernde, würzige Aromen ins Spiel.

Ingwer erzeugt letztlich einen warmen, leicht scharfen und sehr lang anhaltenden Abgang.

Ein komplexer, warm-würziger und fruchtiger Gin.

Nase: klassisch-fruchtig – Yuzu / Zitrone, grüner Tee, Wacholder

Zunge: fruchtig, würzig-komplex – Zitrone, Pfeffer, Orange, Wacholder, Nadeln, Ingwer

Kyoto Distillery KI NO BI Kyoto Dry Gin (1 x 0.7 l)
  • Sanfte Wacholdernoten in Kombination mit frischen Gewürzen und floralen Tönen
  • Japanische Botanicals und reisschnaps von höchster Qualität
  • Botanicals: yuzu-wurzel, Hinoki-Holz, gyokuro-tee, Bambus, sansho-pfefferkörner und Wacholderbeeren

passende Tonic Water & Cocktails

Einerseits ist der Japaner bereits pur genossen genial, mit dem ein oder anderen passenden Tonic Water lässt sich allerdings auch ein wirklich guter Gin Tonic anrichten.

Folgende Filler standen bei uns in der engeren Auswahl:

Generell lässt sich die Wacholdernote durch die Bitterkeit des Thomas Henry gut hervorheben. So auch beim KI NO BI, harzige, nadelige und würzige Aromen stehen hier im Vordergrund. Feinere Nuancen schienen jedoch etwas unterzugehen.

Raum zur Entfaltung und einen insgesamt gut ausbalancierten Drink ergab die Mischung mit dem Fever Tree Indian Tonic . Fruchtig, zugleich würzig und auch mit der Betonung zurückhaltenderer Aromen versehen.

Das Aqua Monaco lag in unserem Test irgendwo in der Mitte. Zwar fruchtig im Ergebnis, aber zum Teil überlagerte es zartere Noten, die wir mit dem Fever Tree deutlicher auf Zunge und Gaumen bemerkten.

Best Serve für den Kyoto G&T
Serviert in einem Highballglas mit einer Yuzu oder Zitronenzeste.

KI NO BI Ginger

  • 3 cl KI NO BI Kyoto Dry Gin
  • 9 cl Ginger Ale
  • 0,5 cl Mirin  oder Marsala 
KINOBI Gin mit Cocktail

Bildcredit: KINOBI Kyoto Gin

Ein süß-würzig warmer und leicht scharfer Drink im bewusst asiatischen Stil.

Den Gin und das Ginger Ale in ein mit crushed Eis gefülltes Cocktail/Ballonglas füllen. Den Reisweinlikör (Mirin) erst nachträglich in einer Kreisbewegung hinzugeben und nicht verrühren.

Garniert wird der KINOBI Ginger mit einer Orangenzeste.


Wir wollen ihn nicht als Multitalent bezeichnen, doch durch die verschiedenen, zum Teil deutlich ausgeprägten Aromen, passt der KINOBI zu einigen alten, aber auch modernen Gin-Cocktails.

Die Zitrusnoten der Yuzu und sein trockener Charakter ergänzen sich ideal im Martini. Die Zitrone und der nadelig-würzige Wacholder wiederum kreieren einen klassischen Negroni.

Die Würze und leichte schärfe erzeugen einen interessanten Bees Knees. Und im Bramble sorgt der KI NO BI Dry Gin für einen kräftigen Gegenpart und unterstützt mit der Yuzu die beerigen Noten.


Reisschnapsbasis & japanische Botanicals

Der KI NO BI wird in der Kyoto Destillerie, welche erst 2014 gegründet wurde, produziert.

Das Design der Flasche kommt aus dem Karacho Karakami Atelier, welches bereits seit fast 400 Jahren in Kyoto tätig ist.

Die Kupferdestillen, die jeweils 140 und 420 Liter fassen, stammen aus Deutschland.

KI NO BI bedeutet übrigens frei übersetzt “die Schönheit der Jahreszeiten”.

Basis für den Japaner bildet Reisalkohol welcher mit 11 verschiedenen Botanicals versetzt wird.

Eine Besonderheit: die verwendeten Pflanzenauszüge werden in 6 verschiedene Kategorien ( Basis, floral, zitrus, Tee, würzig und scharf) eingeteilt und getrennt voneinander destilliert.

Nach der Destillation wird der KINOBI mit Hilfe von Quellwasser aus Fushimi auf eine Trinkstärke von 45,7 % Vol. gebracht.

folgende Botanicals wurden im Kyoto Dry Gin verarbeitet:

  • Wacholder
  • Iriswurzel
  • gelber Yuzu aus Kyoto
  • Bambus
  • Hinoki Holz (jap. Zypresse)
  • Gyokuro-Tee
  • grüner Sansho (jap. Pfefferkornbeeren)
  • Kinome (Blätter vom jap. Pfeffer)
  • roter Shiso (Sesamblatt / Perilla)
  • Zitronenschale
  • Ingwerwurzel

Fazit: warm, komplex und definitiv asiatisch

Mit dem KI NO BI holt man sich durchaus einen Gin ins Haus, der alles andere als Mainstream sein möchte und das auch schafft.

Würzig, pfeffrig, leicht fruchtig und enorm komplex, haben die Brennmeister aus Kyoto zum Teil lokale Pflanzenauszüge verarbeitet, die einen deutlich asiatischen Touch mit klassischem Wacholder und der für Japan typischen zitronenähnlichen Yuzu verbindet.

Geeignet ist dieser Gin für Kenner und Liebhaber von würzig-fruchtigen Tropfen mit Tiefgang. Beginnern könnte es schwer fallen, einzelne Nuancen zuzuordnen – deshalb unbedingt einmal pur und im Cocktail probieren.

Zu haben gibt es den komplexen Japaner u.a. auf Amazon  oder im Onlineshop von Wacholder-Express für stolze, aber durchaus gerechtfertigte 47-50 € für die 0,7 L Flasche.


 

Bildcredit: The House of KI NO BI