Ein Gin aus Afrika? Besser gesagt Namibia verfeinert mit Teufelskralle, einer krautigen Pflanze, welcher diverse Heilwirkungen nachgesagt werden.

Aus einer der ältesten Weinfarmen Namibias weiter entwickelten Destillerie, wird der NamGin u.a. aus einem Dattel-Grundbrand hergestellt und kommt mit satten 45 % Vol. ins Glas.

Tasting & Nosing

In der Nase bemerken wir ganz klassisch Wacholder und Zitrone. Wenig aufdringlich gesellen sich florale und würzige Töne hinzu. Lavendel und Koriander lassen sich dabei zusätzlich von hintergründig fruchtigen Nuancen unterstützen.

Auch geschmacklich sticht die Zitrusnote hervor, auf der Zunge dominieren würzige Aromen, Ingwer, Pfeffer und die Teufelskralle steuern eine interessante würzige Vielfalt bei.

Der Wacholder lässt sich bitten, ist jedoch unterschwellig präsent. Neben der herbalen Seite zeigen sich auch fruchtige Eindrücke.

Ein komplexer Gin, der durch eine kräftige Zitrusnote bei abwechselnd würzigen Anteilen in Erinnerung bleibt.

Von Wacholder, Lavendel und Rosmarin geprägt, kräftig, warm und würzig im Abgang.

Nase: intensiv & komplex – Zitrone, Limette, Lavendel, Koriander, Wacholder

Zunge: würzig-warm – Zitrone, Ingwer, Pfeffer, Wacholder, Rosmarin

passende Tonic Water & Cocktails

Für einen waschechten afrikanischen Gin Tonic schickten wir 3, unserer Meinung nach passenden, Wässerchen ins Rennen:

Mit den beiden Indian Tonic Water, hatten wir einen recht ausgewogenen Drink im Glas.

Das Fever Tree ließ etwas mehr Zitrone zu. Beide harmonierten jedoch sehr passend mit dem würzigen Charakter des NamGin.

Das Dr. Polidori als Dry Version ließ der floralen und fruchtigen Komponente etwas mehr Spielraum. Nicht schlecht, aber das wirkliche namibische Wesen dieses Gins.

Unser Favorit deshalb: das Fever Tree Tonic Water. Nicht getestet, aber auch ein Aqua Monaco sollte hier ein ähnliches Geschmackserlebnis bieten.

Ein Zusatztipp: die ebenfalls aus Afrika stammenden Filler Barker & Quin und Fitch & Leedes.

Letzte Aktualisierung am 5.12.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API


Durch seinen kräftigen Auftritt und der intensiven Zitrusnote sollte man ihn im Martini probieren. Auch im Negroni kann er seine würzig-kräftige Seite zeigen und sich durchaus behaupten.

Einem Gimlet verleiht er Biss und steuert besagte Würze auch in einem Basil Smash bei.

Basil Smash? Passt!


Geschichte des NamGin

Die Auswanderer Katrin und Michael Weder übernahmen 2007 die Kristallkellerei, eine der ältesten Weingüter in Namibia. Mit der Zeit entwickelte sich das Projekt zur Naute Kristall Destillerie.

Benannt nach dem Naute Damm, welcher eine 800 ha große Fläche mit Wasser versorgt, auf welcher u.a. Trauben, Datteln, Granatäpfel und Birnen angebaut werden.

Im Jahre 2018 gewann der NamGin bei der WORLD SPIRITS COMPETITION in San Francisco unter 2200 Teilnehmern die Silbermedaille.

Botanicals & Herstellung

Neben der „Hauptattraktion“ der Teufelskralle, kommen übrigens 3 Grundbrände zum tragen, die mit verschiedenen Pflanzenauszügen und Gewürzen verfeinert werden:

  • Wacholderbrand (Kardamom, Java-Pfeffer)
  • Zitrusbrand (Zitronen, Orangen, Limetten)
  • Gewürzbrand (Teufelskralle, Zimt, Ingwer, Lavendel, Rosmarin, Pfefferminze)

Der Grundalkohol wird aus Datteln gewonnen und vergoren. Der daraus destillierte Alkohol wird 6 mal gebrannt und dann mit Aktivkohle gefiltert. Die 3 erwähnten Grundbrände ruhen anschließend mehrere Wochen bevor sie „vermählt“ werden.

Die Teufelskralle gehört übrigens zu den Sesamgewächsen und ist erst seit etwa 15 Jahren in Europa als Heilpflanze bekannt. Die auch Trampelkette genannte Pflanze ist u.a. gegen Entzündungen und Gelenkschmerzen wirksam und verbessert durch den hohen Bitterstoffanteil nachhaltig die Verdauung.

Fazit: ein facettenreiches Afrika in Ginform

Der NamGin punktet allein schon durch die Teufelskralle als Alleinstellungsmerkmal. Auch die lokal angebauten Botanicals bringen ein exotisch-einzigartiges Aroma in diesen Tropfen.

Wenn auch der Wacholder hier eher eine Nebenrolle spielt, so begeisterten uns die nicht alltäglichen würzigen Noten, die sich mit einer kräftigen Zitrusnuance paaren.

Geringfügig fruchtig, kraftvoll würzig und gerade für Fans von herberen Gins bestens geeignet.

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Erhältlich für unter 50 € auf 0,5 L u.a. auf Amazon oder im Partnershop Wacholder-Express.


Bildcredit: NamGin

Cocktail-Photo by Nikita Tikhomirov on Unsplash

 

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Bei diesem Produkttest handelt es sich um Probierflaschen, die uns vom jeweiligen Hersteller kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt wurden.

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zuletzt aktualisiert am 30.01.2022