Dry Gins/ Destilled Gins Gin-Sorten

Whitley Neill Gin: Englische Tradition trifft auf afrikanische Zutaten

Whitley Neill Gin im Test

Erstmals der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt wurde Whitley Neill Gin im Jahr 2005. Seit 2007 konnte der in der rauen mittelenglischen Industriestadt Birmingham produzierte Whitley Neill Gin bei Verkostungen und Wettbewerben bereits zahlreiche international renommierte Preise und Auszeichnungen für sich erringen.

Das einprägsame Design der charakteristischen schwarzen Flasche mit dem stilisierten roten Baobabbaum auf dem Etikett wurde letztmalig 2013 einem Relaunch unterzogen. 2014 gewann Whitley Neill seine letzte Goldmedaille bei der berühmten San Francisco Spirits Competition, das britische Newsportal „The Telegraph Online“ bezeichnete den Gin daraufhin als einen der fünf besten der Welt.

Herkunft des Withley Neill Gins

Verantwortlich für die Herstellung von Whitley Neill Dry Gin zeichnet Johnny Neill, ein direkter Nachkomme aus der legendären Destillateurfamilie Greenall Whitley. Gebrannt wird der Gin von der Langley Distillery in einer über 100 Jahre alten Kupferbrennblase mit dem Namen „Constance“, was den hohen Stellenwert des Traditionsbewusstseins in dem Unternehmen zusätzlich unterstreicht. Einen Exotenstatus genießt der Whitley Neill aufgrund seiner eher ungewöhnlichen afrikanischen Botanicals.

Fünf Cent pro Flasche kommen Aufforstungsprojekten in Afrika zugute

Botanicals

Die Liebe zu Afrika zeigt sich bei Johnny Neill auch ganz eindeutig im Privatleben, er ist seit Jahren mit einer Afrikanerin verheiratet, die ihm viele Geschichten und Geheimnisse über die Kräuterkunst in ihrer heißen Heimat verraten hat. So entschloss sich der allem Neuem gegenüber aufgeschlossene Mann mit dem Hang zum kreativen Experiment bei der Auswahl der Botanicals auch ungewöhnliche tropische Elemente mit einfließen zu lassen. Neben Angelika, Kassiarinde, Koriander, Schwertlilienwurzeln, Wacholder sowie Orangen- und Zitronenschalen kommen im Whitley Neill auch Früchte des Affenbrotbaums (Baobab; Adansonia digitata) sowie Kappstachelbeeren (Physalis peruviana) zum Einsatz.

Den Blättern, Früchten und Samen des Baobabs werden in der traditionellen afrikanischen Volksmedizin heilende Wirkung bei Erkrankungen und Infektionen wie Pocken, Malaria, Masern, Ruhr, Diarrhöe, Koliken, Herzproblemen und Zahnschmerzen zugeschrieben. Die an Vitamin C reiche Physalis wiederum wird in Südamerika und Südafrika zur Behandlung asthmatischer Beschwerden, allgemeiner Entzündungen und leichter Bauchschmerzen bei Kindern verwandt.

Angebot
Whitley Neill Dry Gin (1 x 0.7 l)
  • Whitley Neill wird in den alten Kupferbrennblasen der Langley Distillery nahe dem britischen Birmingham...
  • Neben klassischen Botanicals finden sich zwei südafrikanische Ingredienzien, die dem Gin sein...

Tasting & Nosing vom Whitley Neill Gin

Das köstliche Ergebnis kann besten Gewissens als eine perfekt gelungene Mischung englischer bzw. europäischer Brennkunst mit afrikanischem Einfluss bezeichnet werden. Das sorgfältig ausgewählte Wasser macht sich im milden und harmonischen Geschmack sofort bemerkbar.

Die innovative Verbindung der genannten afrikanischen Botanicals, vor allem mit dem Koriander und den Zitrusfrüchten verleiht dem von Aroma und Duft her bereits äußerst angenehmen Gin eine ausgesprochen florale und fruchtige Note. In der Nase präsent, ist sofort die Zitronenschale zusammen mit Wacholdernoten mit leicht pfeffriger Unterstützung.

Whitley Neill Dry Gin wirkt am Gaumen zunächst leicht erdig und dabei doch vollmundig. Im würzigen und komplexen Geschmack fallen dem geübten Kenner schon beim ersten Schluck das elegante Aroma und der sehr weiche Körper auf. Der Abgang ist erstaunlich ausgeprägt, jedoch leicht, mild und sehr lang und erinnert stark an süßliche Zitrone. Auch dezente Anklänge an Vanille sind nicht von der Hand zu weisen. Der vom britischen Importeur Halewood International Limited (Sovereign Distillery) aus Liverpool nach Deutschland gebrachte Gin zeichnet sich auch durch seine klare und saubere Farbe aus.

Vielseitig einsetzbar, charakterstark, würzig, erdig und lang im Abgang

Passende Tonic Water & Cocktailvorschläge

Als passende Tonics zum Whitley Neill werden aufgrund seiner leichten Pfeffernoten vor allem eher neutrale Tonics empfohlen. Jedoch auch intensivere Tonic Water unterstützen die charakteristische Würze sehr gut, lassen dann jedoch einige Aromen im Hintergrund. Eher blumige bzw. florale Tonics überdecken die eigenen Botanicals des Gins allerdings zu sehr. Für einen klassischen Gin Tonic bietet sich geradezu perfekt Fever Tree Indian Tonic Water, Gents Swiss Roots Tonic Water oder Thomas Henry Tonic Water an.

Gut eignet sich Whitley Neill Gin darüber hinaus für folgende Cocktails. Beim Basil Smash kommen speziell im Abgang dessen erdiges Aroma und die dezente Würze bestens zur Geltung. Im Gin Buck verbinden sich der Ingwer und die Pfeffernoten perfekt mit den Aromen des Gins. Auch Aroma und Spritzigkeit des Gin Fizz profitieren von den würzigen Noten. Nicht ganz so kompatibel zeigt sich allerdings der für sich schon sehr fruchtige Tomatensaft im Red Snapper, der die Würze nicht ausreichend zur Geltung kommen lässt. Dafür erscheint der Silver Gin Fizz mit den frischen Zitrusnoten wie eigens erfunden für den frischen „Afrikaner“ aus den englischen Midlands.

Unser Fazit

Etwas Gutes tun, sich gut fühlen und einen besonders würzigen Gin mit afrikanischem Touch genießen. Dieser Gedanke blieb uns nach dem Tasting im Hinterkopf. Für einen Preis von knapp 30 € / 0,7 L finden wir das Preis-Leistungsverhältnis für einen Gin dieser Qualitätsstufe durchaus fair.

 


Bildcredits: Whitley Neill Gin official facebook fanpage