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The Botanist Islay Dry Gin – ein ruhiger Schotte mit viel Charakter

The Botanist Islay Dry Gin: Geschmack & Herkunft

Es ist die Nordwestküste Schottlands. Ganz im Süden der Inselgruppe der inneren Hebriden. Der Name der kleinen Insel: “Isle of Islay”. Der Golfstrom, welcher über den Atlantischen Ozean zieht bringt ein mildes Klima mit. Und genau hier, auf der gerade einmal rund 620 km² großen schottischen Insel kommt er her, der Gin der bekannt wurde als The Botanist Islay Dry Gin.

Historischer Hintergrund des Botanist Gin

Hergestellt wird der Gin in der der Brennerei Bruichladdich im gleichnamigen Ort auf der Isle of Islay in Schottland. Diese Brennerei ist jedoch eher für ihren guten Whiskey bekannt als für einen Gin. Die Destillerie Bruichladdich wurde im Jahre 1881 von Robert, William und John Gourlay Harvey gegründet. Bis 1928 wurde ununterbrochen gebrannt, bis eine Pause von 8 Jahren folgte. Nach dem Zweiten Weltkrieg in Amerikanischer Hand wurde sie in den Folgejahren mehrmals verkauft, bis sie schließlich am Ende im Jahr 2000 von Mark Reynier und den beiden Murray McDavid Mitarbeitern Gordon Wright und Simon Coughlin für die stolze Summe von  7.5 Mio. £ erworben wurde. Man konnte dann ebenfalls den sehr erfahrenen Produktionsleiter Jim McEwan für sich gewinnen. Der The Botanist Islay Dry Gin entstand dabei eher als eine Art Experiment.

Herstellung & Botanicals

Gebrannt wird in einer alten Kupferdestille, die vom ehemaligen Produktionsleiter Jim McEvan den liebevollen Namen “Uggly Betty” erhielt. Auf der Webseite des Herstellers steht geschrieben, dass Betty gern mit niedrigem Druck arbeitet und es überhaupt nicht mag, wenn man sie hetzt. Zum Einsatz kommt hier ein eher ungewöhnliches und man kann schon fast sagen fast ausgestorbenes Produktionsverfahren. Die Rede ist vom sogenannten Lomond-Still-Verfahren. Diese 1955 von Alistair Cunningham und Arthur Warren entwickelte Methode ist eine Mischung aus pot still und collumn still, welche sich durch eine zylindrische Form und bewegliche Kupferplatten auszeichnet. Durch diese Kupferplatten konnte man den Rückfluss sehr gut regulieren. Diese mussten allerdings auch entsprechend oft gereinigt werden.

Früher weit verbreitet, kommt diese Methode heute nur noch in zwei Brennereien weltweit – Bruichladdich und Scapa (allerdings ohne Kupferplatten) – zum Einsatz. Durch diese eher sehr langsame Arbeitsweise können sich die Aromen der Botanicals besonders gut und intensiv entfalten und der Gin ist mit seinen trotz 46 % Vol. eher mild.

Apropos Botaniclas. Welche sind werden denn eigentlich verwendet? Neben 9 klassichen Gin-Aromen werden auch auch insgesamt 22 lokale Botanicals von der Isle of Islay integriert.

Zu den 22 lokalen Botanicals gehören:

  • Apfelminze
  • Birkenblätter
  • Blätter der Sumpf-Myrte
  • Kamille
  • Blüten der Ackerkratzdistel
  • Holunderblüten
  • Ginsterblüten
  • Heideblüten
  • Weißdornblüten
  • Wacholderzapfen
  • Labkrautblüten
  • Zitronenmelisse
  • Mähdesüß
  • Pfefferminzblätter
  • Beifußblätter
  • Rotkleeblüten
  • Liebstöckelblüten
  • Rainfarn
  • Thymianblätter
  • Wasserminze
  • Weißklee
  • Waldsalbeis

Zu dieser langen Liste gesellen sich noch 9 weitere Gewürze:

  • Wacholder
  • Angelikawurzeln
  • Cassiarinde
  • Zitronenschalen
  • Lakritzwurzeln
  • Zimtrinde
  • Organgenschalen
  • Koriander
  • Schwertlilienwurzeln

Tasting & Nosing

Der Botanist Islay Dry Gin gleitet nahezu wie Satin am Gaumen entlang. Ein Erlebnis, das geradezu verführerisch beschrieben wird. In der Nase sorgt er für eine wahre Explosion an Erlebnissen. Es riecht nach feinem Menthol, Apfelminze, Koriander und natürlich Wacholder in der Hauptrolle. Die Zitronen- und Orangenschalen tun ihr Übriges. Auch die verwendeten Sommerblumen geben sich zu erkennen und versprühen ein Aroma wie auf einer frischen Sommerwiese. Die Nase erfährt in gewisser weise eine geographische Reise von den vom Atlantik gewaschenen Stränden bis hin zu den bedeckten Gipfeln der Ilse of Islay.

Am Gaumen versprüht er zunächst eine komplexe und ausgereifte Note. Wenn er dann das Ende des Gaumens erreicht, schmeckt man eine leichte Wärme und die pure Reinheit seiner langsamen Destillation. Die freigesetzte Zitrusfrische, welche eine leicht süße Note zu dominanten Aromen des Wacholders beisteuert, lässt die Geschmackknospen geradezu explodieren. Der Abgang ist langanhaltend und setzt das leichte Zitrusaroma mit leicht pfeffrigen Anklängen fort.

passende Tonic Water

Da es sich hier um einen recht komplexen Gin handelt, ist es nicht zu empfehlen, zu aromatisierte Tonic Water, wie zum Beispiel Elderflower Tonics oder günstige, stark zuckerhaltige zu greifen. Die Aromen dieser Tonics sind einfach zu intensiv und würden einige Botanicals des Botanist Islay Dry Gin überlagern.

Für einen schönen Gin & Tonic, bei dem der Gin die Hauptrolle spielt, die bitteren Aromen aber nicht überbetont werden, ist das Fever Tree Mediterranian Tonic Water  eine gute Wahl.

Greift man zum Schweppes Dry Tonic Water , wird das Zitrusaroma gefördert und der Wacholder im Gin zeigt sich auch von anderen Seiten.

Den The Botanist Islay Dry Gin kann man entweder als Gin-Tonic genießen oder in anderer Art und Weise veredeln. Wir denken da zum Beispiel an einen schönen Cocktail wie dem Tom Collins.

 

Angebot
The Botanist Islay Dry Gin (1 x 0.7 l)
  • The Botanist Islay Dry Gin ist der erste und einzige Islay Dry Gin. In ihm vereinen sich 9 klassische...
  • Extrem langsam destilliert und mit viel Liebe und Handarbeit entsteht eine neue, wilde Generation von...
  • Eine Spirituose von unglaublicher Komplexität und mit einem vielschichtigen Spiel der Aromen

Fazit

Der Botanist Islay Dry Gin kann mit seiner ganz eigenen Note überzeugen. Hergestellt in einer eigentlichen Whiskeybrennerei sorgt er mit 9 klassischen Botanicals in Verbindung mit 22 handverlesenen lokalen Pflanzenstoffen der schottischen Isle of Islay für ein ganz besonderes Trinkerlebnis. Ein Laie vermag es wohl kaum diese beeindruckende Menge an Aromen zu schmecken, jedoch kann man durchaus lernen sich nach und nach ein Bild des Botanist in Sachen Geschmacksvielfalt zu machen.

 


Bildquelle: foodism.co.uk

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