Der Seagram Gin ist ein traditioneller Gin, der schon seit Jahrzehnten den inoffiziellen Titel “Amerikas Gin Nr. 1” führt.

Der mit 40 % Vol. aufwartende Extra Dry Gin zeichnet sich durch ein feines Zitrusaroma aus und ist hervorragend geeignet im Mix mit Tonic, Soda oder diversen Cocktails.

Mittlerweile ist dieser Gin in verschiedenen Variationen auch als Twisted Gin, z.B. in den Geschmacksnoten Ananas, Apfel, Limette oder Pfirsich erhältlich.

Geschichte & Herkunft – mit Musik geht alles besser

Die Geschichte der Brennerei begann im späten 19. Jahrhundert, als Joseph. E. Seagram eine Destillerie in Waterloo übernahm. Aber erst mit dem Einstieg von Samuel Bronfman entwickelte sich Seagram zu einem der führenden Anbieter von Spirituosen in den Staaten.

1939 kam der Extra Dry Gin in die Regale. Bronfman war auch ein cleverer Marketing-Mann und positionierte seinen Gin mit auffällig gestalteten Werbeanzeigen als hochwertige und exklusive Marke.

Bronfmans Sohn Edgar sen. und später sein Enkel Edgar jun. entwickelten das Unternehmen weiter und integrierten neben der Alkoholproduktion auch das Entertainment-Business in den Konzern.

In den 1990er Jahren entstand ein kleiner Hype um diesen Gin, als der bekannte Rapper Snoop Dog in seinem Song “Gin & Juice” feststellte “Now I got me some Seagram’s gin“!

Die Verkaufszahlen des Gins gingen daraufhin rapide nach oben. Im Jahr 2000 wurde die Marke an Pernod Ricard verkauft. Der Seagram Gin wird weiterhin in den USA produziert und blieb Amerikas Gin Nr. 1.

Seagrams Extra Dry Gin (1 x 0.7 l)
  • Herkunft: USA
  • Benannt nach dem ehemals größten Spirituosen-Konzern der Welt.
  • Produziert von Pernod Ricard.

Herstellung – im Fass gereift?

Seagrams Gin wird zweifach destilliert und mit folgenden Botanicals hergestellt:

  • Wacholder
  • Orangenschale (süß und bitter)
  • Koriander
  • Kardamom
  • Engelswurz
  • Zimt

Eine Besonderheit in der Herstellung war, dass er nach der Destille über 90 Tage hinweg in Weißeichenfässern gelagert wurde, eher untypisch für einen Gin. Aktuell hat man aber diesen Schritt aus der Produktion eliminiert, was dem Gin einen gewissen Teil seines Zaubers nimmt.

Tasting & Nosing

In der Nase klar vom Wacholder geprägt und zugleich fruchtig. Sanft und geringfügig würzig mit Anklängen von Zimt und Koriander.

Geschmacklich dominieren die Zitrusaromen, die dann einer aromatischen Wacholdernote Platz machen. Die Orangenschalen spielen sich dann leicht in den Vordergrund, bis im Nachgeschmack eine eher pfeffrig-würzige Note dominiert.

Weniger komplex, dafür fruchtig und mild. Mittelprächtiger Wacholder bei angenehmen Zitrus- und Orangenaromen.

Welches Tonic darf’s denn sein?

Seagrams Dry Gin - passende Tonic Water

Fever Tree & Thomas Henry als durchaus passende Begleitung für den Seagrams – Foto-Credit: Seagrams

Dieser Amerikaner wird bestenfalls mit einem klassischen Indian Tonic Water getrunken. Goldberg, Fever Tree und das Thomas Henry Tonic Water bieten sich an.

Die recht dominante Kohlensäure und Süße eines Schweppes Indian Tonic lassen durchaus einige der fruchtig-würzigen Noten untergehen.

Erste Wahl in unserem Tasting: Fever Tree & Thomas Henry.

Fazit: fruchtig, schnörkellos & unauffällig

Der Seagram Gin eignet sich für Gin-Puristen genauso wie für die Mixer: Besonders empfehlenswert ist die Kombination mit Soda, aber auch im Gin Tonic funktioniert er durch seine Orangen-Note sehr gut.

Insgesamt ein fruchtiger, nicht zuletzt seiner recht geringen 40 % Vol. zurückhaltender Gin. Für Einsteiger ideal, Kenner werden jedoch nicht vom Hocker gehauen.

Dieser Gin in der etwas antiquiert wirkenden “bumpy bottle” mit Glasrelief ist relativ preisgünstig und hat das Zeug für den “Nimm mich mit zum Strand“-Gin. Er gilt als amerikanisches Pendant zum Gordons.

Seltener im Einzelhandel, dafür aber u.a. auf Amazon und im Wacholder Express erhältlich:

Wacholder Express