Als Ur-Gin bekannt, ist er ebenso umstritten wie universell. Für viele Gin-Liebhaber ist der Gordons sozusagen der Einstieg in die Welt des Gins.

Für andere wiederum eine verpönte Massenware ohne Tiefgang. Doch schauen wir uns diesen Gin mal etwas genauer an.

Geschichte & Herkunft des Gordons

Die Gordons Destille wurde im Jahr 1769 von Alexander Gordon, einem Schotten, in Southwark in London gegründet. Im Jahr 1786 zog er dann an den heutigen Standort der Destille in die Goswell Road im Stadtteil Clerkenwell.

Ab dem Jahr 1800 belieferte Gordons auch die Royal Navy. Im Jahr 1898 wurde Gordons Destille von Charles Tanqueray & Co. übernommen und wurde zur Tanqueray Gordon & Co. Im Jahr 1899 starb der letzte Nachfahre Gordons. Im Jahr 1925 wurde Gordons sogar Hoflieferant.

Herstellung – im immer gleichen Verfahren

Bei Gordons wird immer auf gleichbleibende Abläufe und Standards Wert gelegt, damit in allen zehn Produktionsstätten ein gleichwertiges Produkt entsteht.

Die genaue Anzahl der Botanicals kennen nur zwölf Personen weltweit. Folgende Pflanzenauszüge sind jedoch bekannt:

  • Wacholder
  • Angelikawurzel
  • Süßholz
  • Zimt
  • Muskat
  • Iriswurzel
  • Ingwer
  • Orangenschalen
  • Koriander
  • Zitrone.

Aus den Botanicals zusammen mit dreifach destilliertem Neutralalkohol entsteht in insgesamt zehn Tagen der Gin. Das Alkoholvolumen des Gins variiert von Land zu Land, von 37,5 Prozent in Großbritannien bis hin zu 47,3 Prozent in Kontinentaleuropa.

In Deutschland ist der Gin meist mit einem Alkoholgehalt von 37,5 Vol. % im Handel. In den USA liegt der Alkoholanteil bei 40 Prozent und in Australien bei 37,2 Prozent.

Tasting & Nosing

Mit der Nase kann deutlich Wacholder und Koriander wahrgenommen werden. Auch Zitrusnoten sind deutlich erkennbar, eben die klassischen Aromen eines geradlinigen Gins. Mit Eis ist der Wacholder nur noch schwach zu deuten. Dazu kommt noch ein Hauch von Zitrus und grünen Nadeln.

Im Geschmack ist der Wacholder wesentlich präsenter. Der Gin ist etwas süßlich und schmeckt an der Zungenspitze nach Getreidebrand. Am Zungenrand ist er etwas scharf hier kommt der Koriander hervor.

Eis macht den Gordon’s leicht bitter. Auch hier erinnert er mehr an Getreideschnaps als an Gin.

Weitere Botanicals sind nur schwer auszumachen, sodass der Gin recht “einfach” schmeckt.

Nase: klassisch – Wacholder, Zitrone, Koriander

Zunge: Wacholder, Zitrone, Koriander, süßliche Noten

Abfüllungen des Gordons Gin

Seit dem Jahr 1904 wird der Gordon’s Gin in einer Flasche mit flacher Vorderseite und gewölbter Rückseite abgefüllt. Die Flasche ist kompakt und liegt dank der runden Rückseite gut in der Hand. In Großbritannien ist die Flasche grün, in anderen Ländern weiß und klar. Der Grund dafür ist, dass als die Ausfuhr des Gordons Gin im Jahr 1908 anfing, Weißglas teurer war als Grünglas.

Die Etiketten sind mittelgroß und in den Farben Gelb, Rot und Orange gehalten.

Der Kopf eines Wildschweins ist das Logo und symbolisiert den Nachnamen des Gründers. In der Mitte des Etikettes steht: ‘Gordon’s London Dry Gin‘. Die Bezeichnung ‘London Dry Gin Estd 1769’ und der Wildschweinkopf sind in Reliefprägung auf der Flasche zu sehen.

Die Flasche besitzt einen Drehverschluss aus einfachem Blech der die Farben des Etiketts trägt.

Mittlerweile wurde das Design wohl überarbeitet und etwas bunter gestaltet, neue Verpackung mit viel Tradition als Inhalt also.

Empfohlene Trinkweise

Der Gordon’s Gin sollte kühl mit einem Mischgetränk getrunken werden. Sehr bekannt ist der Gin in Kombination mit Tonic Water als klassischer Gin Tonic.

Klassische Indian Tonic Water wie ein Thomas Henry, Goldberg oder Schweppes sind passende Partner.

Als Garnish kann man eine Orangenscheibe- oder Zeste hinzugeben.

Auch in einem Dry Martini Cocktail ist er empfehlenswert. Pur würden wir ihn nicht unbedingt genießen, da er hier geschmacklich nicht zu überraschen weiß.

Unser Fazit

Gordon’s Gin ist eben DER Gin schlechthin und zugleich auch einer der bekanntesten Vertreter dieser Gattung. Er eignet sich gut für Cocktails, aber der Gin-Geschmack nach Wacholder geht ziemlich schnell unter.

Er ist solide, das Design klassisch und eher schlicht. Der Geschmack ist bodenständig, aber nicht raffiniert. Preislich einer der günstigeren Gins und somit z.B. wie der Bombay Sapphire ideal geeignet für Einsteiger oder in bestimmten Cocktails.

Letzte Aktualisierung am 19.09.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

 


 

zuletzt aktualisiert am 09.06.2021